Wer ist der Chef in Ihrem Kopf?

Wer kennt das nicht: nach einem gemütlichen Abend mit Freunden kratzt am nächsten Morgen der Hals, plagt der Reizhusten und nach einem Blick in unsere Taschen erkennt man: Uff, gestern abend habe ich tatsächlich ganz schön viel geraucht. Mit dieser Erkenntnis - und nach ein paar Hustenattacken - reift der Entschluss: Heute rauche ich mal nicht. Oder nur ganz wenig. Oder zumindest weniger als sonst. Also höchstens halb so viel.

 

So weit, so gut. In beeinträchtigtem körperlichen Zustand, noch dazu morgens um sechs, ist solch ein Entschluss schnell gefasst und die Durchführung erscheint uns ganz einfach.

 

Eine halbe Stunde später sind Sie auf dem Weg zur Arbeit, wie immer quält sich Ihr Auto gemeinsam mit vielen anderen durch den Berufsverkehr und Ihre Hand greift automatisch nach der Zigarettenschachtel. Seit Jahr und Tag raucht man die erste Zigarette morgens im Auto. Oha. Heute nicht!

Noch ist der Entschluss frisch, noch kratzt der Hals. Bei der Arbeit gilt schon seit Jahren ein Rauchverbot. Anfangs war das schwer, man hat viel diskutiert, viel gemeckert und sich um die vielen kleinen Pausen betrogen gefühlt, die man doch so dringend brauchte. Inzwischen ist man daran gewöhnt.

Heute ist für halb elf eine Besprechung angesetzt. Mist, die geht bestimmt wieder lange und Sie kommen nicht pünktlich in die Mittagspause. Da rauchen Sie lieber noch schnell eine vorher. Jetzt ist es zwar erst halb zehn, aber trotzdem. Hat ja keiner gesagt, dass man gleich ganz damit aufhört, oder nicht?

 

Mit dieser Zigarette um halb zehn lösen sich auch die guten Vorsätze in Rauch auf und Sie sind über den Tag verteilt schnell wieder bei einer ganzen Schachtel, wie jeden Tag. Sie können ja morgen nochmal einen Versuch starten. Oder lieber übermorgen, denn morgen ist ein wichtiger Abgabetermin.

Und - schwuppdiwupp -  hat wieder ein anderer die Herrschaft in Ihrem Kopf übernommen. Die Entscheidung für die nächste Zigarette ist fast immer von der Sucht gesteuert und äußerst selten das Ergebnis einer Abwägung. Ausflüchte finden sich leicht: der Stress, der nervige Kollege, die schlecht gelaunte Chefin, der volle Bauch nach dem Essen, die gestörte Konzentration. Nichts davon ist ein echter Grund zum Rauchen.

Denken Sie beim nächsten Griff zur Schachtel einmal daran. Seien Sie selbst der Chef in Ihrem Kopf!

 

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