Haben Sie auch zuviel Streß?

Manchmal höre ich von Rauchern oder Raucherinnen: "Ich würde ja gern aufhören, aber ich habe gerade so viel Streß". Naja, denke ich mir dann, ich auch. Haben Sie auch zuviel Streß?

 

Es gibt "guten" und "schlechten" Streß, wir bleiben mal beim Schlechten. Der scheint uns davon abzuhalten, die Zigaretten wegzuwerfen und keine neuen zu kaufen. Welche stressigen Situationen kennen  wir denn? Ich zähle mal auf: Zu viel Arbeit, zu wenig Zeit, viele familiäre Verpflichtungen, Streitigkeiten, viele Termine, Druck in privater oder beruflicher Hinsicht, Krankheit, schwierige Aufgaben, die zu erledigen sind, Prüfungen. Vermutlich fällt Ihnen noch mehr ein, aber für diesen Artikel reicht das schon mal. Fast immer geht es darum, daß Sie zu wenig Zeit haben.

 

Meistens antworte ich auf das eingangs genannte Argument gar nicht oder nur mit dem guten Wunsch, dass der Streß bald nachlassen möge. Aber eigentlich würde ich am liebsten so antworten:

"Ich kenne eine ganze Menge Nichtraucherinnen und Nichtraucher. Die haben alle auch Streß: zu viel Arbeit, zu wenig Zeit... siehe oben. Aber sie rauchen trotzdem nicht. Es gibt nur einen einzigen Unterschied zwischen Nichtrauchern und Rauchern: Nichtraucher rauchen nicht. Nicht bei Streß, nicht bei Kummer, nicht bei Streit, nicht bei Angst, nicht bei Hunger. Nicht wenn sie müde sind, nicht wenn sie zornig sind, nicht wenn sie aufgeregt sind. Nichtraucher rauchen nicht."

 

Der Witz an der Streß- ich nenne sie mal Ausrede - ist ja leider, daß Rauchen Streß verursacht.

Das Gehirn eines Rauchers ist vom Nikotin abhängig. Das Nikotin sorgt dafür, dass die sogenannten Glückshormone wie z.B. Dopamin und Serotonin unsere gute Laune erhalten, uns entspannen. Einem Nichtraucher gelingt das auf andere Weise. Das Raucher-Gehirn verlangt äußerst nachdrücklich Nachschub, wenn längere Zeit nicht geraucht wird. Und was wird dadurch verursacht? Streß!

Der Raucher braucht a) eine Zigarette, b) Feuer und c) einen Ort, an dem er rauchen darf. Den gibt es ja nicht überall. Und wenn es schlecht läuft, braucht er d) eine Ausrede, warum er die Besprechung oder das gemütliche Familientreffen oder die heftige Diskussion gerade mal verlassen muss. Ganz schön viel Streß.

 

Liebe Raucherinnen und Raucher, natürlich verstehe ich gut, wenn Sie zu Ihrem alltäglichen Streß nicht unbedingt noch den eines Rauchstopps dazu haben wollen. Mit dem Rauchen aufzuhören kann anstrengend sein. Bitte bedenken Sie bei der Planung des richtigen Zeitpunkts jedoch, dass Sie fast immer in Ihrem Leben irgendeinen Streß haben. Und glauben Sie mir, als Nichtraucher/-in werden Sie plötzlich mehr Zeit zur Verfügung haben. Sie sparen sich bei 20 Zigaretten täglich etwa 2 Stunden täglich, die Sie mit Rauchen verbringen. Dazu kommt noch die Zeit für die Beschaffung der Zigaretten und für die Entsorgung der Kippen und der Reinigung des Aschenbechers. Was Sie an Geld sparen, können Sie leicht selbst ausrechnen - falls ein Grund für Ihren Streßlevel Geldsorgen sind. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Abbau Ihres Raucher-Streß!

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